Ein Avocadokern landet bei den meisten direkt im Biomüll. Dabei steckt genau dort das Potenzial für eines der schönsten kleinen Upcycling-Projekte überhaupt. Aus dem Kern lässt sich ein leichter, holzähnlicher Rohstoff gewinnen, der sich wunderbar bearbeiten lässt – perfekt für individuelle Anhänger mit Buchstaben.
Wichtig: Dieser Beitrag ist vor allem für euch, die ihr eine Avocado geschenkt bekommen habt oder anderweitig daheim habt und sie komplett verwerten möchtet. Bitte kauft für diese Anhänger auf keinen Fall extra eine Avocado. Der Anbau kann gerade in trockenen Regionen zu großen Problemen führen (Mehr dazu ganz unten in diesem Beitrag)
Warum funktioniert das mit Avocadokernen?
Der Avocadokern hat eine überraschend warme, natürliche Optik. Nach dem Trocknen wird er hart wie Holz, lässt sich aber gut schnitzen, schleifen und gravieren. Dadurch eignet er sich ideal für DIY-Schmuck.
Jeder Kern ist anders – genau das macht jedes Schmuckstück später einzigartig.
Vor längerer Zeit benötigte ich noch Geschenkanhänger und da kam mir die Idee, doch einfach aus Avocadokernen die Anfangsbuchstaben zu schnitzen. Ich mache das ja schon sehr lange als Kettenanhänger aus Avocadokernen die dann mit Muscheln oder Steinen verziert werden. Hier geht es zum Beitrag: Avocadokerne mit Muscheln als Kettenanhänger und diese Buchstaben-Anhänger gehen noch einfacher zu schnitzen und sind dazu noch als ein einzigartiger persönlicher Ketten- oder Schlüsselanhänger zu nutzen.
Das brauchst du für die Avocadokern-Anhänger
- 1 frischen Avocadokern
- scharfes Messer oder kleines Schnitzwerkzeug (ich verwende dieses Messer*)
- Schleifpapier (fein)
- Schnur, Lederband oder Kette
- kleine Öse zum Eindrehen – Hier kaufen: Schraubösen zum Eindrehen*
- optional: Öl (zum Einölen)
Kurze Info zu den Schraub-Ösen und dem Schnitzmesser: Ich kaufe gleich mehr Schraub-Ösen, da ich diese auch gerne für Holzarbeiten und andere Kettenanhänger aus natürlichem Material verwende. Die verlinkte Box verwende ich persönlich und hat mehrere Größen, sowie auch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Ein Schnitzmesser von Opinel ist eine gute Wahl. Ich nutze es schon 10 Jahre und habe es auch wenn wir Reisen dabei. Es ist stabil, liegt gut in der Hand und kann für viele Materialen eingesetzt werden.
Wenn ihr nur ein einziges Mal einen Anhänger ausprobieren möchtet, dann wollt ihr sicher kein extra Messer dafür anschaffen. Grundsätzlich klappt es bei diesen Anhängern auch mit einem scharfen, stabilen Messer aus der Küche. Probiert erst sehr vorsichtig aus, denn der Kern kann durch seine runde Form, sehr schnell wegrutschen. Wenn das Messer nicht scharf genug ist, kann es Risse im Kern geben und der Anhänger ist dann unbrauchbar.
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Schritt für Schritt: Buchstaben-Kette aus Avocadokern
1. Avocadokern vorbereiten
Den Avocadokern aus der Frucht nehmen und gründlich unter Wasser abspülen und trocknen. Dann die dünne braune Haut vom Kern pulen. Zieht vorsichtig die Haut vom Kern ab (jeder Kratzer verfärbt sich auf dem Kern rotbraun, also macht das vorsichtig). Normalerweise geht die dünne Schale sehr einfach ab. Einfacher ist es, wenn der Kern einen Tag liegt und die Haut etwas angetrocknet ist.
Wenn die Haut entfernt ist, wird er schnell braun. Ihr solltet unbedingt nach dem entfernen der Haut, mit der Verarbeitung anfangen.
Grundsätzlich ist auch wichtig: Ein Avocadokern muss zeitnah verarbeitet werden, wenn er noch weich ist. Spätestens 2 Tage nach entnehmen aus der Frucht.
2. Buchstaben schnitzen
Nun halbiert ihr euren geschälten Kern mit einem scharfen Messer (am besten mit eurem Schnitzmesser). Ein frischer Avocadokern ist nicht sehr hart und recht leicht zu bearbeiten, passt aber dennoch auf eure Finger auf. Achtet darauf, dass ihr entlang der „Kernnaht“ eures Kerns schneidet. Ihr erkennt sie als Linie, die euren Kern umgibt. Teilt ihr euren Kern nicht an dieser Naht, können beim Trocknen später Risse entstehen.
Nun habt ihr 2 Hälften vor euch liegen. Nehmt eine zur Hand und schneidet eine Scheibe ab. Sie sollte ca. 0,5 mm dick sein (eure Schrauböse muss noch gut angebracht werden können). In diese flache Scheibe, malt ihr nun vorsichtig euren Buchstaben auf. Dies mache ich zumindest bei Kettenanhängern so, die dann gleichmäßig aussehen sollen. Bei Geschenkanhängern schnitze ich den Buchstaben ohne Vorlage aus der Avocadoscheibe.
Ihr müsst dabei vorsichtig arbeiten, damit nichts reißt.
Kurze Anmerkung: Die Buchstaben hier auf den Fotos sind unbehandelt (nicht geschliffen oder geölt) und ohne Vorlage von mir geschnitzt (die Fotos dienen nur als Beispiel für euch, wie es aussehen kann). Das „E“ auf dem Geschenk ist noch nicht getrocknet.

3. Schraub Öse anbringen
Es gibt kleine Schraub-Ösen zu kaufen (ich habe sie euch oben unter „Das brauchst du“ verlinkt), die sich ganz einfach in den Kern bohren lassen (ihr braucht dazu auch kein weiteres Werkzeug).
5. Trocknen lassen
Nun lasst ihr euren Buchstaben trocknen. Dies dauert ein paar Tage.
6. Schleifen und veredeln (optional)
Wenn der Anhänger getrocknet ist, ist er hart wie Holz. Ihr könnt ihn nun noch etwas schleifen und wer möchte, kann den Anhänger mit etwas Öl oder Klarlack versiegeln.

7. Aufziehen
Zum Schluss den fertigen Anhänger auf eine Schnur, ein Lederband oder eine feine Kette ziehen – fertig ist dein Unikat.
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Hier noch ein paar Infos zu Avocados und deren Anbau
Avocados gelten als gesund und beliebt, haben aber in Sachen Nachhaltigkeit auch eine kritische Seite.
Der größte Punkt ist der hohe Wasserverbrauch beim Anbau. In vielen Anbauländern, zum Beispiel in Teilen von Südamerika oder Spanien, werden große Mengen Wasser benötigt, was in trockenen Regionen zu Problemen führen kann. Zusätzlich entstehen durch den langen Transportweg nach Europa CO₂-Emissionen, vor allem wenn die Früchte per Flugzeug transportiert werden.
Auch die steigende Nachfrage führt in manchen Regionen zu Monokulturen, die Böden auslaugen und die Biodiversität verringern können. Zudem spielen soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten eine Rolle.
Trotzdem muss man Avocados nicht komplett meiden. Nachhaltiger wird es, wenn man:
- Avocados aus Europa (z. B. Spanien, Israel) kauft
- auf Bio- und Fairtrade-Siegel achtet
- den Konsum bewusst reduziert statt massenhaft zu essen
- saisonal und regional ausgleicht
Avocados sind also nicht per se „schlecht“, aber ihr ökologischer Fußabdruck hängt stark davon ab, woher sie kommen und wie oft man sie konsumiert.
Avocados – Nachhaltig?
Das Umweltnetz-Schweiz hat einen sehr guten Beitrag zum Thema Avocados. Hier ein kleiner Auszug daraus:
„Wem nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel wichtig sind, sollte generell auf das EU- oder das Knospe-Biosiegel achten. So ist es auch bei den Avocados. In Südspanien oder Israel produzierte Bio-Avocados haben zusätzlich einen kürzeren Transportweg. In der Gegenüberstellung mit anderen Lebensmittelsünden relativiert sich die schlechte Ökobilanz der Avocado aber wieder ein Stück weit aus. Ein kleiner Vergleich: Die Avocado verbraucht zwar pro Kilogramm 1000 Liter Wasser, Rindfleisch hingegen 15.500l/kg, Schweinefleisch 6.000 l/kg, Eier 3.300l/kg und Käse 3.200 l/kg. Auch die CO2-Emissionen mit 0,05 kg CO2 pro 100 g Avocado sind im Vergleich zu 1,23 kg pro 100 Gramm Rindfleisch, 0,2 kg pro 100g Ei oder 0,92kg pro 100g Butter weitaus geringer.
Wer also statt zu Fleisch und Milchprodukten zur Avocado greift, schneidet bei seiner persönlichen Ökobilanz besser ab. Trotzdem sollte man zuerst bei den heimischen Gemüse- und Obstarten zuschlagen, bevor man sich für die Exoten entscheidet. Deren Ökobilanz ist zweifelsohne die beste! Und auch in unseren Breiten lassen sich regionale Superfoods, wie beispielsweise Hanf- und Baumnüsse, Leinöl oder Rote Beete finden, die genauso gesund und lecker sind. Braucht es dennoch Avocado für die Guacamole für den mexikanischen Abend; unbedingt auf das Bio-Siegel und das Herkunftsland achten!“
Den ganzen Beitrag könnt ihr hier lesen: Umweltnetz- Thema Avocado
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