Letzten Monat waren wir bei Freunden zu Besuch und bekamen unseren Espresso in ganz besonderen Tassen serviert. Der Clou: Sie waren aus Kaffeesatz gefertigt. Aus genau dem Material also, das die meisten von uns nach dem Kaffeekochen achtlos im Biomüll entsorgen. Zu sehen, was daraus entstehen kann, war ein echter Aha-Moment.
Denn in diesem unscheinbaren Reststoff steckt erstaunlich viel Potenzial. Gebrauchter Kaffeesatz lässt sich wunderbar weiterverarbeiten – zum Beispiel zu Anhängern. Vor einiger Zeit habe ich aus Clay schon Lotus-Anhänger gemacht und dazu passen die Lotus-Anhänger aus Kaffeesatz perfekt und bringen noch dazu ein kleines Stück Upcycling-Charme in meine Küche.
Als ich das zum ersten Mal ausprobiert habe, war ich ehrlich gesagt skeptisch. Kann aus Kaffeesatz wirklich etwas werden, was gut aussieht und auch hält?
Die Antwort: Ja. Und für meinen ersten Versuch, bin ich davon begeistert.
Ob als Fensterschmuck, Geschenkanhänger, Wanddeko oder kleine saisonale Anhänger – dieses DIY ist einfach umzusetzen und ein wunderbares Beispiel dafür, wie aus Abfall etwas Schönes entstehen kann.
Warum Kaffeesatz?
Wer Kaffee liebt, produziert meist täglich Kaffeesatz – so geht es mir zumindest.
Statt ihn einfach wegzuwerfen, lässt er sich vielseitig weiterverwenden: im Garten, als Peeling oder eben hier als Zutat für Deko.
Die fertigen Anhänger erinnern optisch fast ein wenig an Keramik oder Ton.
Das braucht ihr für eure Kaffeesatz-Anhänger
Zutaten
- 1 Tasse gebrauchter Kaffeesatz (über Nacht trocknen lassen)
- 1 Tasse Mehl
- ½ Tasse Salz
- ½ Tasse Wasser
Ich verwende für die Anhänger diesen Lotus-Blumen Stempel*. Er ist schön groß und stabil. Außerdem ist die Stempelfläche hervorragend gearbeitet. Ich nutze ihn schon seit 6 Jahren für diverse Projekte ( z.B. auch für bedrucken von Stoff, Ton, Papier etc.). Die knapp 13 € haben sich bei mir mehr als gelohnt).
Optional:
- transparenter Bastelkleber für mehr Stabilität ( ich nehme für fast alles Mod Podge Kleber*)
- Ausstechformen
- Stempel
- Band oder Juteschnur zum Aufhängen
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So entstehen die Anhänger
1. Kaffeesatz trocknen
Der Kaffeesatz sollte möglichst trocken sein, bevor ihr startet.
Am einfachsten breitet ihr ihn auf einem Teller oder Backblech aus und lasst ihn über Nacht trocknen.
2. Teig herstellen
Gebt Kaffeesatz, Mehl, Salz und Wasser in eine Schüssel und verknetet alles zu einem glatten Teig.
Das klappt per Hand oder auch ganz bequem mit der Küchenmaschine. Ist der Teig zu trocken, noch etwas Wasser dazugeben. Ist er zu nass, einfach noch etwas Mehl oder Kaffeesatz dazugeben.
Je länger der Teig geknetet wird, desto dunkler wird er.
Falls der Teig beim Verarbeiten zu brüchig wirkt, könnt ihr etwas transparenten Kleber hinzufügen. Das macht die Masse elastischer und reduziert das Risiko von Rissen beim Trocknen.

3. Ausrollen, Stempeln und Formen ausstechen
Nun rollt ihr den Teig aus. Er sollte geschmeidig sein und nicht kleben.
Ein kleiner Trick: Zwischen zwei Lagen Backpapier oder Frischhaltefolie ausrollen. So klebt nichts fest und die Oberfläche wird schön glatt.
Jetzt könnt ihr nach Lust und Laune euer Motiv stempeln. Wenn ihr meine Anhänger machen möchtet, dann benötigt ihr diesen Stempel mit einer Lotusblume: Lotus-Blumen Stempel*.
Es klappt auch sehr gut mit Häkeldeckchen oder anderen Stempeln. Ihr könnt auch Muster einritzen…eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.



Formen ausstechen:
Ich habe Kreise zum Ausstechen genommen, ihr könnt aber auch Sterne, Herzen. Blätter etc. ausstechen. Für die Kreise nutze ich folgendes: 12 Ausstechformen Kreise* Für mich ist dabei der Vorteil, dass 12 verschieden große Kreis-Ausstechformen enthalten sind. Ihr könnt auch einfach ein Glas zum Ausstechen nehmen.
Achtet beim Ausstechen darauf, dass euer Motiv in der Mitte ist und noch etwas Platz für ein Loch zum Aufhängen.
Nun noch das Loch zum späteren Aufhängen nicht vergessen. Dabei etwas Abstand zum Rand lassen, damit es beim Trocknen nicht reißt. Das Loch klappt ganz einfach mit einem Schaschlikspieß.
4. Trocknen lassen
Legt die Anhänger auf Backpapier und lasst sie an der Luft trocknen.
Wichtig:
Regelmäßig wenden, damit sie gleichmäßig trocknen und sich nicht verbiegen.
Während des Trocknens verändert sich die Farbe – von dunklem Kaffeebraun hin zu einem sanften, natürlichen Beige.


5. Als Deko aufhängen
Sobald alles vollständig trocken ist (dauert mindestens einen Tag), könnt ihr ein Band oder eine Juteschnur durchziehen und aufhängen.
Die Anhänger und der Kaffeesatz-Clay sind nicht wasserfest, außer ihr lackiert ihn entsprechend.

Mein Fazit
Ich liebe solche kleinen DIY-Projekte.
Nicht, weil sie perfekt sein müssen – sondern weil sie zeigen, wie viel Kreativität in alltäglichen Dingen steckt.
Aus etwas, das normalerweise im Abfall landet, entsteht mit wenigen Handgriffen eine natürliche, charmante Dekoration mit ganz eigener Struktur und Geschichte.
Ich habe keinen Kleber in den Teig gegeben und ein paar kleine Risse sind beim Trocknen entstanden. Sieht auf den Fotos stärker aus, als in natura. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen möchtet, dann empfehle ich euch Kleber in den Teig zu geben.
Die Farbe verwandelt sich beim Trocknen von dunklem braun zu beige. Das ist normal, aber wenn ihr länger den Teig knetet, wird die Farbe etwas dunkler.
Aber nun ganz viel Spaß beim Ausprobieren!
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